Archiv für die Kategorie ‘Kirgisistan

Unsere Reiseländer geordnet nach ihrer Trinkwassergüte nach UN   Leave a comment

Japan 1,32

Österreich 0,85

Niederlande 0,70

Slowenien 0,63

Griechenland 0,61

Iran 0,52

Türkei 0,10

Kroatien 0,09

Bulgarien 0,04

Deutschland -0,06

Albanien -0,14

Mazedonien -0,23

Kirgisistan -0,28

China -0,33

Usbekistan -0,37

 

 

Turkmenistan – Usbekistan – Tadschikistan ( – Berg-Badachschan) – Kiregisistan – China (Xingjiang)   Leave a comment

Usbekistan, Tadschikistan ( – Berg-Badachschan) – Kirgisistan – China (Xingjiang)   Leave a comment

Iran – Turkmenistan – Usbekistan – Tadschikistan – (Berg-Badachschan – ) Kirgisistan – China (Xingjiang)   Leave a comment

Höhen- und Kilometerangaben Tadjikistan und Kirgisistan   Leave a comment

101207 – Kilometer- und Höhenangaben_Tadjkistan

101207 – Kilometer- und Höhenangaben_Kirgisistan

tadschikistan höhenprofil diagramm

kirgisistan höhenprofil diagramm

Liebe Radfahrenden und andere Menschen,

hinter den Links verbergen sich die Strecken in Zahlen und Graphiken, die wir gefahren sind.

Statistik unserer ersten 300 Tage   Leave a comment

Bitte hier anklicken!

23. bis 26. Mai Sary Tash bis Kashgar; 296 – 299   Leave a comment

26. Mai Taktudulak Daban bis Kashgar, 139,2km, 11825 Gesamtkm

ursprünglich geplant: 273. Tag

Es wird Zeit, dass wir in die Wüste kommen! In der Nacht fegt ein Regensturm über uns hinweg und wir haben die Sturmleinen nicht gespannt! Unser Zelt wird geschüttelt und die Zeltlampe tanzt im Kreis. Aber unser gutes altes Zelt ist doch sehr robust (und sehr wasserdicht). Der Morgen ist bleigrau und kalt. Wir sind eben doch in der Wüste, die nur durch die Sonne warm wird.

Wir bauen schnell ab bevor der nächste Regen kommt und denken, dass wir mit unserem wenigen Wasser wohl 1700 Höhenmeter hinunterfahren können. Es geht auch bergab, vorbei an den „ausgewaschenen“ Bergen, die dadurch ihre vielen Gesteinsfarben zeigen, ins nächste Tal.

Dort ist ein leerer Fluss und geht wieder bergauf. So geht es weiter und doch langsam bergab. Wir kommen in ein großes Tal mit einem Dorf und vielen Fabriken. Als wir über die Brücke fahren, trauen wir unseren Augen nicht: es gibt Läden und in den Läden gibt es Obst! Melonen, Bananen, Äpfel, Mangos! Wahnsinn. Wir hätten vielleicht unser weniges chinesisches Geld besser in Wasser investieren sollen, aber die Aussicht auf Bananen und Brot (der Zwieback war wieder mit Gewürzen und Gunda verträgt die Gewürzmischungen der Fertiggerichte nicht richtig gut) und sogar einen Schokoriegel lässt die Vernunft in den Hintergrund treten. Außerdem geht es ja bergab….

Immer wieder fahren wir an muslimischen Friedhöfen vorbei, die auf die Hügel gebaut sind,

viele Feldern sind bestellt, viele auch verlassen und es bleibt eine Mischung aus traditionellen Häusern und den gelben Einheitshäusern. Es ist unendlich grün und der Eukalyptus zusammen mit den Jasminblüten verströmt einen betörenden Duft.

Wir kommen in die erste große Stadt, in der es Ampeln gibt und Tankstellen mit fließendem Wasser.

Nach der Stadt essen wir weiteres Eingepacktes und nun auch Brot zum Mittagessen und schießen leider unseren schönen Wasserfilter ab, in dem wir Aktivkohle einfüllen. Irgendwas muss falsch sein, nun pumpt er nicht mehr und wir haben um 14.00 kein Wasser mehr. Aber es muss ja irgendwann bergab gehen. Das Irgendwann ist noch nicht, denn erstmal geht es 300 Höhenmeter wieder hoch. Selbst die Kamele haben ganz schlappe Höcker.

Als es endlich bergab geht, stellen wir fest, dass wir doch dem Straßenverlauf gefolgt sind, der uns zunächst auf die „große“ Straße, die vom anderen Grenzübergang kommt, führt. Es hat den Vorteil, dass wir Geld tauschen und Wasser kaufen können. Es ist wieder so ein Dorf, in dem es Läden und einen Geldwechsler gibt und dazu unendlich viele Männer, die eher nichts zu tun haben, aber immer mit dabei sind. Wir verlassen unsere Fangruppe von 20 Männern und füllen das Wasser auf der Brücke um. Wir verlassen aber auch die Baustelle, die uns seit der Grenze begleitet mit ihren bunten Fahnen und wissen dank des chinesischen Straßenatlas, dass das eine Eisenbahn nach Osch wird.

Die große Straße ist zunächst dadurch gekennzeichnet, dass die im schlechteren Zustand mit mehr Autos ist. Es geht nun immer am Fluss entlang und nur noch einmal hoch. Hier sind alle Häuser aus Lehm und Holz und es wird gebaut und gearbeitet.

Es gibt eine Menge Moscheen, auch sie mit Holz und Lehm.

Je dichter besiedelt die Gegend ist, desto chaotischer die Straßenverhältnisse. Es sind hunderte von Rädern, Mofas, die dreirädrige Autos, viele Elektroroller und Elektroautos, Traktoren, Kühe, Schafherden, die großen Autos mit und ohne Kennzeichen, die hupend in der Mitte der Straßen fahren, Fußgänger, in und auf allem viele Menschen, Frauen wie Männer, und dazwischen immer die leeren oder vollen Sechs-Achser bis Vier-Achser, auch diese dauer hupend.

Es geht tatsächlich bergab und bald sind wir an der Gabelung des Highways. Auf diesem fahren wir nun auf dem Seitenstreifen flott dahin. Es gibt eine Mautstation und wir überlegen schon, was wir machen, als wir sehen, dass extra für die Mautstation ein Fahrradweg drum herum gebaut wurde. Mit Schild!

Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus. Auch dass sich dann alle Mofas und Roller und Drei-Rad-Autos ohne Benzin oder Strom den Berg hinunterrollen lassen. So rollen wir in einer Parade hinab nach Kashgar, das uns in Buntheit und Lautstärke begrüßt. Wir finden das Hotel und auch hier kommen wir aus dem Staunen nicht raus: Strom, Wasser, Badezimmer, Internet, Frühstück. Ein Ort für die Räder und das für weniger als einen Jugendherbergspreis. Im Grunde halt eine Standardsituation, aber drei Monate Zentralasien lernen einem Staunen.

Auch wenn wir in einen diskutierungswürdigem Gesamtzustand sind, gehen wir erst essen und freuen uns auf Kebab. Es ist gut mit einem chinesischen Bier ausgerüstet gehen wir wieder zurück. Hier ist jetzt wirklich Europa vorbei und die Straßen am Abend voll und laut und bunt, überall Händler, Kinder, Erwachsene, Autos, Mofas, Stände. Ganz viel Obst! Sprachlich kommen wir hier mit unseren Türkisch-Russisch-Farsi-Brocken noch weiter solange wir in uigurischen Läden sind. Sonst ist es lustig weil es so gar keinen sprachlichen Anhaltspunkt mehr gibt. Mit den Schildern geht es ganz gut, da die Schriftzeichen einzeln stehen und daher gut zu vergleichen sind. Das ist leichter als mit den arabischen Schriftzeichen.

25. Mai, Karabel Daban bis Taktudulak Daban, 74,1 km, 11685 Gesamtkm

In der Nacht fängt es an zu schütten und auch am Morgen gibt es wieder Regen. Bis wir uns aber sortiert haben, hat es aufgehört und die Sonne scheint, so dass wir alles trocknen können. Wir leben jetzt ja mit der Peking-Zeit, was ein wenig ist wie Radfahren in Schweden, nur dass es eben doch dunkel wird. Das wird es aber erst gegen 23. 00 Uhr. So fahren wir bis fast 22.00 Uhr und schlafen dafür bis 8.00 Uhr. Das geht, so lange wir keine Mittagspause machen (müssen wegen der Sonne).

Die Straße ist schön und das Wetter hält sich und so kommen wir bald in den Ort, in dem wir dringend unsere Vorräte auffüllen müssen. Wir haben komplett alles aufgegessen. Der erste Einkauf in China ist lustig, weil es genauso ist, wie wir uns China vorgestellt haben.

Nun sind wir also im Besitz diverser Fertiggerichte und lustiger Getränke und Sachen für zwischendurch. Das anschließende Mittagsessen begeistert uns, es sind gute Nudeln mit Gemüse und eine große Portion!

Derart gestärkt fahren wir weiter am Fluss entlang hinab, sehen immer wieder Kamele, so viele, dass wir gar nicht alle fotografieren können.

Dazu gibt es viele Fahnen und viel Wind.

Den ersten Pass

nehmen wir in Angriff und denken beim Sattel, dass er es ist.

Es ist schwach in Englisch unter der neuen arabischen Aufschrift zu lesen.

Es geht bergab und plötzlich ist alles Wasser weg. Wir kommen der Wüste immer näher. Der zweite Pass ist bereits zu sehen.

Nun sind wir neugierig, wann wir in die Wüste schauen können. Aber noch folgt ein Berg und Bergtal dem anderen.

24. Mai, Kurz vor Nura bis Karabel Daban, 46,2km, 11611 Gesamtkm

Der Morgen begrüßt uns wieder mit strahlendem Sonnenschein. Wir bauen ab und stellen fest, dass wir an einem Zeltplatz sind, der wohl auch schon von vielen genutzt wurde. Hinter jedem Stein liegt Müll. Da wir nun wirklich nicht allen Müll mitschleppen wollen, entscheiden wir uns für den absurdesten: eine Packung schweizerischer bio-vegetarier Würste mit einem Bild von Leonardo da Vinci als berühmten Vegetarier! Wer auch immer das war, wer schon bio.vegetarischen Wurstaufschnitt in den Berg schleppt: die Packung gehört dann schon auch zum Öko-Standard in die Mülltüte und nicht in die Gegend!

Es geht bergauf und bergab und wieder bergauf.

Immer wieder sehen wir zurück auf unsere Straße und denken, dass Brücken durchaus praktische Erfindungen sind und hier wären. Als wir vor dem letzten Pass sind, startet ein Gewitter und wir stellen uns am Felsen unter.

Zuvor ist eine der vielen Pferdeherden an uns vorbeigezogen. Hier gibt es beinahe mehr Pferde als Schafe.

Wir sausen durch das letzte Dorf vor der Grenze in einem irren Tempo. Der Asphalt macht es möglich, aber auch die vielen Kinder, die hinter uns herlaufen und das seltsame Dorf selbst, das aus der Entfernung ganz schick aussieht

und von nahem ziemlich chaotisch und eher so, dass wir dort nicht stehenbleiben wollen, es erinnert uns eher an griechische Erfahrungen….

Die Grenze ist schnell erreicht und hat Mittagspause. Also stellen wir uns an den Schlagbaum, essen unsere Brotration (alles ist rationiert nachdem wir in Sary Tash nicht einkaufen konnten) und warten. Es ist ein regelrechtes Dorf, mit Gaststätte und Wohnwagen, viel Müll und noch mehr LKWs. Um 14.00, nach Peking-Zeit 16.00 Uhr, macht die Grenze wieder auf und wir sind schnell durch alle Formalitäten durch. Der letzten Grenzbeamte hätte gerne noch mit uns länger über deutsche Bundeskanzler gesprochen, aber uns fehlen die Zeit und die russisch Kenntnisse dafür. Die chinesische Grenze begrüßt uns mit der Mittagspause und einem edlen Tor. Wir haben Glück und die Pause ist bald vorbei. Der erste Grenzposten besteht aus einem Wagen wo wir die zwei Dollar pro Person zahlen und dann weiterfahren. Im Fluss stehen zwei Kamele, die mit den zwei Höckern! Wir sind ganz begeistert und können kein Foto machen. Bald kommt die eigentliche Grenze und dort müssen wir alle Taschen in die Halle tragen. Dann gibt es den elektronischen Einreiseausweis und alle Taschen werden durchleuchtet. Interessant sind Bücher und Karten. Auch unsere Folie (die wir unterm Zelt haben) müssen wir ausbreiten. Auf ihr sind lauter Impressionen von Teilnehmenden des Weltjugendtags in Köln. Beide Seiten werden interessiert betrachtet. Dann wünscht man uns eine gute Reise und einer der jungen Soldaten ist sichtlich erfreut, dass wir da sind. Nach einem erfolgreichen Geldtausch fahren wir los – auf Asphalt! Ein Gewitter zieht auf und nachdem es erst so aussieht, als bliebe es hinterm Berg,

kommt es bald auf uns zu.

Wir werden recht nass und sind mal wieder in der Wüste. Das erste Dorf kommt hinterm ersten Pass und ist eine Mischung aus neuen Häusern in Gelb und Lehmhäusern. Auch hier gibt es keinen Strom und kein Wasser, überall laufen Generatoren und die Kinder werden vorm Haus mit der klassischen zentralasiatischen Kanne gewaschen. Ein wenig erinnern uns die Lehmbauten an den Iran.

Von einem LKW werden wir gefragt – wir stehen im Regen auf der Brücke, wo wir Wasser gefunden ahben – ob wir mitfahren wollen.

Es hört auf zu regnen und so können wir hinter einem Steinhügel aufbauen. Im Zelt sitzend trinken wir ein chinesisches Leichtbier auf China!

23. Mai Sary-Tash bis kurz vor Nura, 60,1km, 11565 Gesamtkm

Um 7.00 wird die Musik in voller Lautstärke angestellt. Wir freuen uns, dass es Strom gibt, hätten aber gerne bis 8.00 geschlafen. Wir wurschteln und aus dem Zelt und gehen zum Frühstücken, dass aus dem klassischen Spiegelei und Brot, aber sogar Kompott (ab ins Töpfchen…) besteht. Der Tee ist ungenießbar. Sobald wir annähern fertig sind, wird die Musik ausgestellt. Das ist also so was wie: jetzt Frühstücken und dann Tschüß! Nur wir brauchen noch eine Weile bis die Räder wieder lauffähig sind nach der Schlammtour.

Wir brechen auch, nicht ohne vorher an der allgemeinen Wasserstelle – es ist der Fluss – Wasser zu holen und unter Kopfschütteln des Tankstellenbesitzers, wo wir stehen, zu filtern. Er will uns Benzin verkaufen, aber wir haben kein Geld. Also kriegen wir auch keines – dabei hätten wir eh nur ca. 300ml gebraucht.

Wir verlassen das Dorf und freuen uns auf China.

Der Weg ist asphaltiert und geht langsam, aber sicher bergauf.

Bald kommen wir dem Schnee

und dem schlechten Wetter immer näher (das unsere Räder aber nicht reinigt…)

und als uns am laufenden Band volle Kieslaster überholen und leere Zurückkommen ist und klar: der Asphalt ist endlich. In der Tat: am Pass,200mhöher als der alte, hört der Asphalt auf und wir hoppeln über die klassisch zentralasiatische Straße im Zustand einer eventuellen Asphaltierung700mHöhenmeter bergab. Auf dem Weg treffen wir zwei Radfahrende aus Frankreich, die in Peking gestartet sind. Sie machen uns Hoffnung: der Asphalt kommt wieder. Diese Hoffnung können wir ihnen auch machen, aber nicht die Hoffnung, dass die Straßen gut werden. Dagegen sind sie von China begeistert.

Wir müssen an einem Checkpoint vorbei und finden Wasser am Fluss.

Dort fängt in der Tat die Straße wieder an. Die Berge sind ganz grün: sowohl wegen Gras und Büschen als auch weil sie Grün sind. Der Fluss ist tiefblau, nur der Zufluss ist ganz verschlammt. Es ist eine wunderschöne Landschaft. Auf dem Weg nach oben finden wir eine Kiesbucht und bauen dort auf.

Veröffentlicht 27. Mai 2011 von silkroadprojectblogspot in 296, 297, 298, 299, Kirgisistan, Uncategorized, Xingijang

19. bis 22. Mai Karakol bis Sary Tash; 292 – 295   Leave a comment

22. Mai Hinterm Pass bis Sary Tash, 43,7km, 11505 Gesamtkm

In der Nacht schneit es weiter, aber der Wind lässt nach. So ist unser Zelt vom Flugschnee bedeckt und es ist eine kalte Nacht. Der Morgen begrüßt uns dafür mit strahlendem Sonnenschein!

So was verrücktes. Der Hausherr der Roadstation stellt sich als das Homestay heraus, das uns in Karakol ans Herz gelegt wurde.

Da wir ja gar keine Lust mehr auf Homestays haben, sind wir sehr froh, dass die Garage vor dem Haus gewesen ist. Wir bekommen dennoch einen Tee, werden aber konstant angebettelt. Wir sind froh, als wir uns wieder auf die Matschstraße begeben.

Es geht sehr langsam, aber es geht. Die Gegend ist wunderschön und mit jedem Höhenmeter weniger wird es grüner und das Tal weitet sich.

Bald erreichen wir den großen Fluss, besser, das große Flussbett und haben einen atemberaubenden Blick auf die Bergkette hinter uns.

Der Asphalt, der angefangen hat, ist irgendwann komplett unterbrochen und wir müssen durch einen Zufluss. Es geht, weil er wenig Wasser trägt.

An einer Yakherde geht es dafür weniger schnell vorbei.

Yaks sind ganz schreckhafte Tiere, so sind wir sehr vorsichtig. Es gibt einen Ayk-Bullen, der wohl der Lumpensammler ist und immer wieder auf der Straße steht und wartet, bis seine Herde weiter ist.

Das tut er mit Grunzgeräuschen. Yaks sind und bleiben faszinierende Tiere.

Die Grenze ist zum Mittag erreicht. Sie ist deutlich moderner und hat Strom und viele Satellitenschüsseln. Wir warten eine Weile bis der zuständige Soldat für den Zoll vom Mittagessen zurück ist. Dann dürfen wir passieren. Wir fahren im Gegenwind, besser Sturm, ins Tal hinab, immer wieder bleiben wir stehen, um die Berge anzuschauen. Wir haben den Pamir durchquert!

In der Ferne ist Sary Tash zu sehen, unser Ziel für den Tag. Die Wolken liefern sich unglaubliche Schauspiele, wir bleiben heute aber rocken.

In Sary Tash geht sofort der Spießroutenlauf mit den Homestays los. Wir haben keine Som, so müssen wir verhandeln. Das erste ist viel zu teuer, im Laden ist der Wechselkurs schlecht. Im nächsten verhandeln wir schon gar kein Zimmer mehr, sonder nur zelten mit Abendbrot und Frühstück. Das gibt es für denselben schlechten Kurs (Dollar in Som), dafür zahlen wir aber für das Essen weniger als im anderen für die Übernachtung alleine. Unser Zelt im Hof erfreut die Hausdame gar nicht.

Wir vermuten, dass nun ab Juni alle Homestays Zelten mit auf dem Programm haben und dafür ähnlich saftige Preise wie für den Rest verlangen.

Es wirkt, als sei die Straße nach China geteert, auf jeden Fall die ersten Meter sind es.

21. Mai Markansu bis hinterm Pass, 13km, 11461 Gesamtkm

Kyzyl Art Pass. 4336m

Eigentlich ist es viel zu kalt zum Schreiben. Heute Morgen ist es das nicht, die Sonne scheint und wir haben viel Ziet, bis wir nach einem Mittagessen aufbrechen. Es ist super windig und die Straße eine Mischung aus dem Wattenmeer (die Querrillen aber doppelt soweit entfernt und hart) und Sandstrand. Wir erreichen recht bald die eigentliche Passstraße und trteffen dort zwei Motorradfahrende aus Belgien, die uns keine Hoffnung auf die kirgisische Seite machen.

Die Grenzstation ist klein und windig. Wir bekommen Tee, alles ist in Ordnung. Bei der zweiten Baracke brauchen wir unseren Pass dann noch nicht zu zeigen, werden aber zum Essen eingeladen. Das lehnen wir ab und bekommen bei der dritten Baracke den Ausreisestempel. Wir schieben weiter und bald laufen zwei der drei Patroullie-Soldaten hinter uns her und fragen nach Geld. Das bekommen sie natürlich nicht, wünschen uns eine gute Weiterreise. Wir erreichen  den Pass im Sturm und mit den ersten Schneeflocken. Dort ist auch die eigentlich Grenze. Aber dass das keiner stehen will, ist gut zu verstehe. Bald sind wir mitten in einem krassen Schneesturm, kirgisische Straßen sind noch schlechter als tadjikkische, aber im Grunde sehen wir das eh nicht. Also schieben wir hinunter und sind sehr froh, als wir auf 4000m eine Road-Station sehen mit einer mehr oder weniger intakten „Garage“.

Unter dem einingermaßen vertrauenswürdigem Teil des Daches bauen wir das Zelt auf, es ist sau kalt. Wir haben nun einen Hund, der uns adoptiert hat.

20. Mai Kurz vorm Pass bis zum Markansu Fluss, 18,5km, 11448 Gesamtkm

Uy Bulak-Pass, 4233m

In der Nacht fängt es an zu schneien und am Morgen begrüßt uns eine Schneelandschaft.

Es ist aber dennoch solide über Null Grad und so taut alles schnell weg und auch die Straße ist wieder frei.

Wir haben viel Zeit und fahren – besser schieben – gegen 11.00 den Pass hoch. Die Straße ist gut, die Steigung nur um die 12% und dann ist es bei über 4000m leichter zu schieben.

Bald kommt uns Pete entgegen, mit dem Fahrrad. Er macht eine Bergrundtour von Urumqui durch den Pamir zurück nach Urumqui und macht uns wenig Hoffnung auf die vor uns liegende Strecke. Er selbst sieht ziemlich verfroren aus. Nachdem wir den Pass dann endlich haben und noch einmal zum See zurückschauen können, fahren wir ins nächste Tal, das komplett zugeschneit ist. Es weht ein eisiger, stürmischer Wind von den Gletscher-Feldern der 6Tausender Berge hinab. Es ist so kalt, dass wir bald völlig eingefroren sind. Hinter einem Hügel essen wir unser sporadisches Mittagessen und fahren weiter bis zum Fluss, der erste Fluss, der nach China, genauer nach Kashgar fließt. Wir könnten also direkt dem Fluss folgen…. Was wäre das schön! So haben wir noch fünf Pässe vor uns.

Hinter dem Fluss ist ein Sandhügel und dort schlagen wir das Zelt auf.

Die Radspuren erzählen von Pete, der dort war und sicherlich noch dem einen oder andere. Es stürmt immer noch, der Grenzzaun, an den wir uns gewöhnt haben, ist wie immer neben uns. Wir haben Zeit und Puffer eingeplant bis zur Grenze, denn ab jetzt wird die Straße schlecht. Morgen geht es den ersten Teil des Passes hoch, übermorgen dann über die Grenze. Wir sind gespannt, wann Rieke und Thorsten an uns vorbeifahren oder schieben.

19. Mai  Karakol bis kurz vorm Pass, 26,3 km, 11430 Gesamtkm

Eigentlich hatten wir gestern schon um Waschwasser gebeten. Das ist hier dann ja immer im extra Waschhaus. Gestern ging nicht, darum heute morgen. Heute morgen finden wir also im Essensraum, der komplett ungeheizt ist, einen Bottich mit lauwarmen Wasser vor. In der Nacht hat es einen Wettersturz gegeben und draußen liegt Neuschnee. Wie dem auch sei, wir müssen uns ja nun auch mal waschen, also bei 9 Grad mit lauwarmen Wasser. Insgesamt sind wir ziemlich Homestay genervt, denn für den Preis ist der Service und das Essen bisher nur in Alicur angemessen gewesen. Schließlich wissen wir, was die Zutaten kosten. Hier wurde es von Tag zu Tag schlechter. Immerhin haben wir noch ein Brot bekommen.

Im Schnee und Sturm fahren wir los,

eher langsam, da Gunda sich irgendwas am Magen eingefangen hat, so dass sie weder geschlafen hat noch wirklich aufrecht stehen kann vor Magenkrämpfen. Wir wollen aber auf keinem Fall noch einen Tag bleiben und fahren los. Das Wetter ist wechselhaft, der Wind leider nicht: er kommt von vorne. Es geht langsam am See entlang,

immer wieder eröffnen sich neue Perspektiven und Farben.

Vor allem Farben weil der See inzwischen fast eisfrei und daher tiefblau ist. Die Schneegrenze liegt bei 4100m, so dass wir dem Schnee entgegen fahren. Einmal sehen wir einen jungen Mann in Straßengraben hocken und durch ein Fernglas schauen. Da wir lauter Punkte im Schnee sehen, fragen wir ihn, was für Tiere das sind. Wir dürfen durchs Fernglas schauen. Es sind Yaks. In China. Denn die Grenze, dieser nicht ernstzunehmende Zaun, ist wieder direkt neben uns. Immer wieder stehen Strommasten im Feld, mal einer, mal drei. Alle nicht miteinander verbunden.

Wir entscheiden, dass wir vor dem Pass auf der alten Straße einen guten Platz gefunden haben und bleiben dort.