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Höhen- und Kilometerangaben Tadjikistan und Kirgisistan   Leave a comment

101207 – Kilometer- und Höhenangaben_Tadjkistan

101207 – Kilometer- und Höhenangaben_Kirgisistan

tadschikistan höhenprofil diagramm

kirgisistan höhenprofil diagramm

Liebe Radfahrenden und andere Menschen,

hinter den Links verbergen sich die Strecken in Zahlen und Graphiken, die wir gefahren sind.

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Statistik unserer ersten 300 Tage   Leave a comment

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19. bis 22. Mai Karakol bis Sary Tash; 292 – 295   Leave a comment

22. Mai Hinterm Pass bis Sary Tash, 43,7km, 11505 Gesamtkm

In der Nacht schneit es weiter, aber der Wind lässt nach. So ist unser Zelt vom Flugschnee bedeckt und es ist eine kalte Nacht. Der Morgen begrüßt uns dafür mit strahlendem Sonnenschein!

So was verrücktes. Der Hausherr der Roadstation stellt sich als das Homestay heraus, das uns in Karakol ans Herz gelegt wurde.

Da wir ja gar keine Lust mehr auf Homestays haben, sind wir sehr froh, dass die Garage vor dem Haus gewesen ist. Wir bekommen dennoch einen Tee, werden aber konstant angebettelt. Wir sind froh, als wir uns wieder auf die Matschstraße begeben.

Es geht sehr langsam, aber es geht. Die Gegend ist wunderschön und mit jedem Höhenmeter weniger wird es grüner und das Tal weitet sich.

Bald erreichen wir den großen Fluss, besser, das große Flussbett und haben einen atemberaubenden Blick auf die Bergkette hinter uns.

Der Asphalt, der angefangen hat, ist irgendwann komplett unterbrochen und wir müssen durch einen Zufluss. Es geht, weil er wenig Wasser trägt.

An einer Yakherde geht es dafür weniger schnell vorbei.

Yaks sind ganz schreckhafte Tiere, so sind wir sehr vorsichtig. Es gibt einen Ayk-Bullen, der wohl der Lumpensammler ist und immer wieder auf der Straße steht und wartet, bis seine Herde weiter ist.

Das tut er mit Grunzgeräuschen. Yaks sind und bleiben faszinierende Tiere.

Die Grenze ist zum Mittag erreicht. Sie ist deutlich moderner und hat Strom und viele Satellitenschüsseln. Wir warten eine Weile bis der zuständige Soldat für den Zoll vom Mittagessen zurück ist. Dann dürfen wir passieren. Wir fahren im Gegenwind, besser Sturm, ins Tal hinab, immer wieder bleiben wir stehen, um die Berge anzuschauen. Wir haben den Pamir durchquert!

In der Ferne ist Sary Tash zu sehen, unser Ziel für den Tag. Die Wolken liefern sich unglaubliche Schauspiele, wir bleiben heute aber rocken.

In Sary Tash geht sofort der Spießroutenlauf mit den Homestays los. Wir haben keine Som, so müssen wir verhandeln. Das erste ist viel zu teuer, im Laden ist der Wechselkurs schlecht. Im nächsten verhandeln wir schon gar kein Zimmer mehr, sonder nur zelten mit Abendbrot und Frühstück. Das gibt es für denselben schlechten Kurs (Dollar in Som), dafür zahlen wir aber für das Essen weniger als im anderen für die Übernachtung alleine. Unser Zelt im Hof erfreut die Hausdame gar nicht.

Wir vermuten, dass nun ab Juni alle Homestays Zelten mit auf dem Programm haben und dafür ähnlich saftige Preise wie für den Rest verlangen.

Es wirkt, als sei die Straße nach China geteert, auf jeden Fall die ersten Meter sind es.

21. Mai Markansu bis hinterm Pass, 13km, 11461 Gesamtkm

Kyzyl Art Pass. 4336m

Eigentlich ist es viel zu kalt zum Schreiben. Heute Morgen ist es das nicht, die Sonne scheint und wir haben viel Ziet, bis wir nach einem Mittagessen aufbrechen. Es ist super windig und die Straße eine Mischung aus dem Wattenmeer (die Querrillen aber doppelt soweit entfernt und hart) und Sandstrand. Wir erreichen recht bald die eigentliche Passstraße und trteffen dort zwei Motorradfahrende aus Belgien, die uns keine Hoffnung auf die kirgisische Seite machen.

Die Grenzstation ist klein und windig. Wir bekommen Tee, alles ist in Ordnung. Bei der zweiten Baracke brauchen wir unseren Pass dann noch nicht zu zeigen, werden aber zum Essen eingeladen. Das lehnen wir ab und bekommen bei der dritten Baracke den Ausreisestempel. Wir schieben weiter und bald laufen zwei der drei Patroullie-Soldaten hinter uns her und fragen nach Geld. Das bekommen sie natürlich nicht, wünschen uns eine gute Weiterreise. Wir erreichen  den Pass im Sturm und mit den ersten Schneeflocken. Dort ist auch die eigentlich Grenze. Aber dass das keiner stehen will, ist gut zu verstehe. Bald sind wir mitten in einem krassen Schneesturm, kirgisische Straßen sind noch schlechter als tadjikkische, aber im Grunde sehen wir das eh nicht. Also schieben wir hinunter und sind sehr froh, als wir auf 4000m eine Road-Station sehen mit einer mehr oder weniger intakten „Garage“.

Unter dem einingermaßen vertrauenswürdigem Teil des Daches bauen wir das Zelt auf, es ist sau kalt. Wir haben nun einen Hund, der uns adoptiert hat.

20. Mai Kurz vorm Pass bis zum Markansu Fluss, 18,5km, 11448 Gesamtkm

Uy Bulak-Pass, 4233m

In der Nacht fängt es an zu schneien und am Morgen begrüßt uns eine Schneelandschaft.

Es ist aber dennoch solide über Null Grad und so taut alles schnell weg und auch die Straße ist wieder frei.

Wir haben viel Zeit und fahren – besser schieben – gegen 11.00 den Pass hoch. Die Straße ist gut, die Steigung nur um die 12% und dann ist es bei über 4000m leichter zu schieben.

Bald kommt uns Pete entgegen, mit dem Fahrrad. Er macht eine Bergrundtour von Urumqui durch den Pamir zurück nach Urumqui und macht uns wenig Hoffnung auf die vor uns liegende Strecke. Er selbst sieht ziemlich verfroren aus. Nachdem wir den Pass dann endlich haben und noch einmal zum See zurückschauen können, fahren wir ins nächste Tal, das komplett zugeschneit ist. Es weht ein eisiger, stürmischer Wind von den Gletscher-Feldern der 6Tausender Berge hinab. Es ist so kalt, dass wir bald völlig eingefroren sind. Hinter einem Hügel essen wir unser sporadisches Mittagessen und fahren weiter bis zum Fluss, der erste Fluss, der nach China, genauer nach Kashgar fließt. Wir könnten also direkt dem Fluss folgen…. Was wäre das schön! So haben wir noch fünf Pässe vor uns.

Hinter dem Fluss ist ein Sandhügel und dort schlagen wir das Zelt auf.

Die Radspuren erzählen von Pete, der dort war und sicherlich noch dem einen oder andere. Es stürmt immer noch, der Grenzzaun, an den wir uns gewöhnt haben, ist wie immer neben uns. Wir haben Zeit und Puffer eingeplant bis zur Grenze, denn ab jetzt wird die Straße schlecht. Morgen geht es den ersten Teil des Passes hoch, übermorgen dann über die Grenze. Wir sind gespannt, wann Rieke und Thorsten an uns vorbeifahren oder schieben.

19. Mai  Karakol bis kurz vorm Pass, 26,3 km, 11430 Gesamtkm

Eigentlich hatten wir gestern schon um Waschwasser gebeten. Das ist hier dann ja immer im extra Waschhaus. Gestern ging nicht, darum heute morgen. Heute morgen finden wir also im Essensraum, der komplett ungeheizt ist, einen Bottich mit lauwarmen Wasser vor. In der Nacht hat es einen Wettersturz gegeben und draußen liegt Neuschnee. Wie dem auch sei, wir müssen uns ja nun auch mal waschen, also bei 9 Grad mit lauwarmen Wasser. Insgesamt sind wir ziemlich Homestay genervt, denn für den Preis ist der Service und das Essen bisher nur in Alicur angemessen gewesen. Schließlich wissen wir, was die Zutaten kosten. Hier wurde es von Tag zu Tag schlechter. Immerhin haben wir noch ein Brot bekommen.

Im Schnee und Sturm fahren wir los,

eher langsam, da Gunda sich irgendwas am Magen eingefangen hat, so dass sie weder geschlafen hat noch wirklich aufrecht stehen kann vor Magenkrämpfen. Wir wollen aber auf keinem Fall noch einen Tag bleiben und fahren los. Das Wetter ist wechselhaft, der Wind leider nicht: er kommt von vorne. Es geht langsam am See entlang,

immer wieder eröffnen sich neue Perspektiven und Farben.

Vor allem Farben weil der See inzwischen fast eisfrei und daher tiefblau ist. Die Schneegrenze liegt bei 4100m, so dass wir dem Schnee entgegen fahren. Einmal sehen wir einen jungen Mann in Straßengraben hocken und durch ein Fernglas schauen. Da wir lauter Punkte im Schnee sehen, fragen wir ihn, was für Tiere das sind. Wir dürfen durchs Fernglas schauen. Es sind Yaks. In China. Denn die Grenze, dieser nicht ernstzunehmende Zaun, ist wieder direkt neben uns. Immer wieder stehen Strommasten im Feld, mal einer, mal drei. Alle nicht miteinander verbunden.

Wir entscheiden, dass wir vor dem Pass auf der alten Straße einen guten Platz gefunden haben und bleiben dort.