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Höhen- und Kilometerangaben Tadjikistan und Kirgisistan   Leave a comment

101207 – Kilometer- und Höhenangaben_Tadjkistan

101207 – Kilometer- und Höhenangaben_Kirgisistan

tadschikistan höhenprofil diagramm

kirgisistan höhenprofil diagramm

Liebe Radfahrenden und andere Menschen,

hinter den Links verbergen sich die Strecken in Zahlen und Graphiken, die wir gefahren sind.

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Statistik unserer ersten 300 Tage   Leave a comment

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10. bis 13. Mai, Murgab; 283 – 286   Leave a comment

12. und 13. Mai, Murgab

Nachdem wir gestern Abend noch ein Abendessen umsonst bekommen haben und sogar eine zweite Portion Kuhfladen auf das Feuer ist der Friede heute wieder vorbei da wir das Frühstück verschmähen. Wir hatten es ja nun auch deutlichst abgemeldet. Da es auf dem Tisch steht, essen wir im Zimmer. Die beiden Tage vergehen mit Diskussionen um Strom, Heizung und schlussendlich eine warme Dusche und wir sind sehr froh, dass das Café in Murgab so gut ist und der Basar viel hergibt. So genießen wir Köstlichkeiten wie Tomatensalat und Äpfel und nähen mal wieder das Zelt.

 

11. Mai Murghab

Das Frühstück ist wieder ein Drama. Das Ei ist da, es gibt wieder das Brot, das wir schon kennen, es ist eindeutig verschimmelt (der Basar mit frischem Brot ist keine fünf Minuten entfernt) und Kaffee gäbe es eh nicht (es gab ihn aber gestern). Nachdem Gunda das Brot wieder in die Küche bringt und mit der persischen „so nicht“ Geste der Dame des Hauses in die Hand drückt (die Geste ist schon sehr eindeutig und unhöflich) und wir dann auch das Brot von gestern (jetzt ist es ja hell genug um den Schimmel zu sehen), zurückgeben, geht Gunda los, um Brot zu kaufen. Die Basar-Brot-Damen sind noch nicht da (es ist auch erst 8.30). Also kein Brot. Inzwischen hat sich der Vater eingeschaltet. Wir machen klar, dass wir nur noch die Übernachtung zahlen, aber kein Essen mehr wollen und auch nicht das dort stehende halbe Frühstück. Nun zahlen wir immer noch zu viel: zehn Dollar. Es gibt hier andere Gästehäuser, meint die Tochter. Wir sollten doch einfach woanders hingegen. Wollen wir aber nicht.

Nun können wir also für sechs Dollar pro Person Essen kaufen, das ist gar nicht leicht, denn ein Mittagessen kostet für zwei Personen etwas über zwei Dollar…….

 

Dem Hausherren ist das doch alles irgendwie peinlich und wir bekommen heißes Wasser für unseren Kaffee und unseren Tee.

Wir laufen los zum  Murghab-Haus, einem Haus einer französischen NGO mit der Unterstützung der UNESCO und anderen europäischen Hilfswerken. Dort soll es Internet geben. Es ist außerhalb der Stadt und ein wirklich schöner Bau. Innen drin aber eine ähnlich frostige Atmosphäre. Nachdem wir eine Weile in dem Haus rumlungern fragen wir eine der vielen Damen wie das denn mit dem Internet sei. Wir können es benutzen, es ist viermal so teuer wie in Chorog und viel langsamer. Aber gut. In Murghab sind fast nur Kirgisen zu sehen, wenn es Tadjiken gibt (und die soll es geben), geben sie sich nicht zu erkennen, die Kirgisen dagegen sehr deutlich.

Insgesamt macht der Ort einen sehr angespannten Eindruck auf uns.

Unsere Suche nach dem Aga-Khan-Gästehaus ist erfolglos geblieben, es wirkt als gäbe es das nicht mehr.

Wir essen im Café und kaufen danach ein wenig ein und machen wieder einen langen Mittagsschlaf. Die Mischung aus Höhe und dem beißenden Qualm der Teresken in Kombination mit dem vielen Sand in der Luft und den Abgasen der vielen Autos macht uns ziemlich zu schaffen.

Wir machen erneut klar, dass wir weder Abendessen noch Frühstück wollen und sind gespannt, ob wir denn den Ofen geheizt bekommen. Wahrscheinlich nicht und auf weitere Aufstände haben wir eigentlich keine Lust.

Wenn wir nicht schon so lange in diesem Kulturkreis reisen würden, würde uns das alles nicht so verwundern und ärgern. Aber nach so vielen Monaten wissen wir einfach, was üblich ist, und was nicht. Das Haus hier ist wirklich unüblich.

Murghab ist geprägt von einem Geräusch: den Wasserpumpen der vielen neuen Brunnen, die in der Stadt sind. Sie sind sehr häufig frequentiert und zu 90% schleppen die Frauen die zwei Eimer mit25lWasser nach Hause.

Oft sind es einige100m, die zurückgelegt werden müssen. Wir filtern das Wasser trotzdem, denn so ganz trauen wir der Trennung von Latrine und Quelle nicht. Wenn es Strom gibt, ist der Muezzin zu hören. Sonst sind es die vielen Autos und LKWs, die sich durch die engen Straßen quälen.

10. Mai Murghab

Weil es bald nur noch bergab geht, wieder etwas Statistik:

Unsere höchsten Übernachtungsorte (Ort, Höhe über NN, Tag):

Bulunkul

4024

279

Alichur

3863

280

Murghab

3666

281

Murghab

3631

282

Jelondi

3525

278

Kulghan-tugai

3357

277

Vuzh

2710

276

Khorog

2128

272

Baqerabad

2052

152

Dekh

2049

271

Unsere tiefsten Übernachtungsorte (Ort, Höhe über NN, Tag):

Orfani

0

54

Tekirdag

2

64

Selimpasa

2

65

Messimvria

3

57

Alexandroupoli

3

58

Kamriotissa

10

59

Ipsala

10

62

Gravouna

20

55

Istanbul

29

66

Incirlik

32

96

Unsere weitesten Tagesetappen (Zielort, km, Tag):

Rohenburg o. d. Tauber

112,43

5

Damghan

109,03

192

Sarajevo

105,73

35

Kurutlutepe

101,47

90

Podgorica

101,33

40

Garmsur

100,14

189

Termiz

99,9

234

Aksaray

97,21

91

Shurak Maleki

97,06

200

Qamashi

96,9

231

Unsere kürzesten Tagesetappen (Zielort, km, Tag):

Kamriotissa

3,9

59

Teheran

4,74

171

Panjwin

4,94

121

Teheran

7,6

161

Dolani

11,84

51

Murghab

15,5

282

Jelondi

16,9

278

Kapikaya

26,3

77

Zigar

26,5

264

Malayer

26,65

135

Unsere schnellsten Tagesetappen (Zielort, km/h, Tag):

Shurak Maleki

18 200

Mahabad

17,2 153

Kurutlutepe

16,98 90

Murau

16,76 18

Beyramil

16,43 95

St. Stefan

16,05 20

Strumesnica

15,87 52

Srem. Kamenica

15,86 32

Pozanti

15,71 93

Birecik

15,7 100

Unsere langsamsten Tagesetappen (Zielort, km/h, Tag):

Zigar

5,9

264

Panjwin

6,62

121

Eged

6,9

265

Shuroabad

7,4

262

Baravin-Tar

7,6

270

Rrape

7,68

42

Bulunkul

7,8

279

Mozduran

8,3

201

Dashtizhum

8,5

263

Dekh

8,5

271

Unsere längsten Fahrzeiten (Zielort, Stunden, Tag):

Sarajevo

09:44

35

Uch-Adzhl

07:55

208

Khorog

07:46

272

Hauz-Han

07:46

206

Bajevo Polje

07:41

39

Damghan

07:35

192

Sanli Urfa

07:29

101

Bukhara

07:27

211

Blace

07:27

46

Qamashi

07:01

231

Unsere kürzesten Fahrzeiten (Zielort, Stunden, Tag):

Teheran

00:21

171

Kamriotissa

00:25

59

Teheran

00:42

161

Panjwin

00:44

121

Dolani

01:07

51

Murghab

01:25

282

Jelondi

01:54

278

Beyramil

02:06

95

Kapikaya

02:26

77

Alexandroupoli

02:28

58

Unsere größten Tagesanstiege (Zielort, m, Tag):

Sarajevo

1664

35

Bajevo Polje

1404

39

Blace

1337

46

Shuroabad

1325

262

Rrape

1228

42

Shemri

1212

43

Subasi

1125

78

Sanli Urfa

1047

101

Sanandaj

983

126

Milhangazi

953

76

Unsere geringsten Tagesanstiege (Zielort, m, Tag):

Teheran 0 161
Doroslovo 0 31
Repetek 0 209
Oqtosh 0 222
Bukhara 0 211
Hauz-Han 0 206
Mollanepes 0 207
Ata 2 205
Rabat i-Malik 5 221
Alexandroupoli 7 58

Unsere höchsten Etappen (Zielort, m NN, Tag):

Bulunkul

4272

279

Alichur

4164

280

Murghab

4136

281

Murghab

3716

282

Jelondi

3529

278

Kulghan-tugai

3359

277

Vuzh

2712

276

Hamadan

2215

133

Mahabad

2188

153

Sanandaj

2160

126

Unsere tiefsten Etappen (Zielort, m NN, Tag):

Alexandroupoli

3

58

Kamriotissa

10

59

Istanbul

29

67

Ipsala

57

62

Selimpasa

106

65

Komotini

115

56

Osmanye

127

97

Incirlik

137

96

Doroslovo

151

31

Zagreb

153

25

Gesamttage: 283

Fahrtage: 168

Km/Tag: 39,50

Km/Fahrtag: 66,53

Gesamtanstieg66.407 m

Anstieg/Tag: 234,65 m

Anstieg/Fahrtag: 395,28 m

Von 283 Tagen haben wir 19 auf dem Campingplatz, 82 „wild“, 1 Polizei,2 inder Moschee, 10 1. Hilfe oder Feuerwehr,3 inTankstelle/Restaurant, also maximal 117 im Zelt, 21 privat und146 inHotels, Jugendherbergen oder Pensionen übernachtet.

Das Abendessen ist eher dürftig und die Atmosphäre hier im Haus eher frostig. Beim Abendbrot treffen wir auf drei EngländerInnen, zu denen der Cadbury-Riegel-Spender auch gehört, die hier in der Gegend versuchen, auf erneuerbare Energien umzustellen und dies mit Windkraft zu versuchen.

Es entspannt sich ein spannendes Gespräch über die Wahrnehmung dieser Region und dann um die Frage, was für Radfahrende, die hier durch Murgab kommen, eine Hilfe sein könnte.

Nach dem Essen, mit einem Hin und Her des Generators, gehen wir ins Bett und trinken noch ein lecker Bier als die Familie in „unser“ Zimmer kommt, um ihre Betten herauszuholen. Das machen sie ohne jeden Kommentar, im Gegenteil, mit wenig freundlichen Blicken für uns als wären wir Eindringlinge und nicht zahlende Gäste. Ein seltsames Haus. Ein wenig ist es wie mit einer versteckten Kamera, denn sie müssen direkt an unserem Bett vorbei zu den Decken. Nachdem am Morgen, wir schlafen noch, dann nicht mehr, dasselbe wieder geschieht, wechseln wir das Zimmer. Nun sind wir im Gästetrakt neben dem Essensraum und haben so einen Raum für uns.

Wir suchen mit den beiden Engländerinnen, die tadjikisch und russisch sprechen, den Fahrradverleih und finden ihn nach vielem Suchen.

 

 

Es sind vier Räder, die gut sind, aber überhaupt nicht gewartet.

Unser ersehntes Ersatzteil finden wir nicht, aber vielleicht der Vater, wenn er zurückkommt. Im Hof ist ein kleiner Yak angebunden neben einem riesigen Haufen von Teresken.

Wir dürfen noch die Bücher durchschauen und finden eines zum Mitnehmen. Die meisten sind französisch.

Durch den Basar geht es zurück und wir finden Nudeln, Milchpulver und Knoblauch. Außerdem eigepackten Kuchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir bis zur kirgisischen Grenze keinen Laden finden, ist recht groß. Ob es in Karakul einen gibt, darüber gibt es keine gesicherte Auskunft, die anderen Möglichkeiten gibt es nur im Sommer.

Den Nachmittag verschlafen wir ungestört im Zimmer und erleben dann am Abend den nächsten Spektakel hier im Haus. Wir müssen uns immer wieder klar machen, dass wir zahlende Gäste sind! Zunächst braucht es vier Anläufe, der vierte ist dann schon in einem sehr unhöflichen Ton, bis der Ofen im Essensraum angeschmissen wird. Es ist nicht so, als sei die Heizperiode an sich vorbei und wir zwei blöde Europäer, die irgendeinen Luxus wollen. Die Familienräume sind den ganzen Tag geheizt.

Dann es das Essen, eine schlechte Suppe. Das Brot kennen wir nun schon seit dem ersten Tag und haben eigenes dabei. Auf die Frage, ob es denn irgendwie Licht gäbe, bekommen wir Brot, das so nach Schimmel schmeckt, dass wir es nicht essen. Dann gibt es eine Kerze. Das Erfreuliche des Abends: der Badeofen ist tatsächlich warm (vor allem auch weil die Familie ihn selbst nutzt) und es gibt eine Fußpumpen-Duschkonstruktion.

Veröffentlicht 27. Mai 2011 von silkroadprojectblogspot in 283, 284, 285, 286, Berg-Badachschan, Tadschikistan