Archiv für Juni 2012

Herzliche Einladung   Leave a comment

Silkroad-Project
16.000 Kilometer mit dem Rad
in 427 Tagen von Bonn nach Japan
Wolfgang Burggraf
Bildvortrag mit Gesprächscharakter
Durch den Balkan
Sarajevo – Albanien – Kosovo – Ägäis
1.648 km – oder 119 Stunden im Sattel
Eintritt frei
Ev. Trinitatiskirche, Bonn-Endenich, Brahmsstr.14
Mi., 20. Juni, 20 Uhr
http://www.silkroad-project.eu

IMGP7595
Unseren Rädern sieht man es an: 16.000 Kilometer durch Wind und Wetter
von Bonn nach Japan. Was man nicht sieht: In den 14 Monaten hat sich die Route
mehrmals geändert. Kriegswirren, politische Verwicklungen, die Atomkatastrophe in
Japan haben das Weiterreisen wie geplant erschwert, aber nicht beendet.
Die Entscheidung, alles aufzugeben, war nicht leicht. Doch die Neugierde
war größer, die Faszination, den Weg auf dem Rad zurückzulegen. Wir kündigten
unsere Arbeit, verließen soziales Engagement, Freunde und Familie und nahmen
den Status der Rad-Nomaden ein. Eineinhalb Jahre Vorbereitung waren gerade
genug, um Karten und Länder zu studieren, Wichtiges abzuschließen, Neugierde
weiter zu entfachen. Wir waren uns sicher: wir wollten genau dahin, von wo wir in
der westlichen Presse so wenig und vor allem Negatives hören. Wir wollten vor Ort
die Luft schnuppern, die Menschen treffen und Da-sein. Unterwegs-sein.
Drei Themen ziehen sich durch unsere Reise: Krieg, Gastfreundschaft und
schlechtes Wetter. Wir fuhren durch das ehemalige Jugoslawien, sprachen mit
Überlebenden der Belagerung von Sarajewo, fuhren an Minenschildern vorbei, an
Ruinen und Waisenheimen. Immer wieder sahen wir Zelte des UNHCR in der
autonomen Region Kurdistan im Irak ebenso wie viele Schilder der
Wiederaufbauprojekte der EU und der Hilfswerke in Tadjikistan. Wir kamen aus
dieser Arbeit und kennen das Geschäft. Übernachtungen zu finden war nicht immer
leicht, es gab Minen und Militär, Überschwemmungen und Gegenden, in denen
wenig Sicherheit herrscht. Inmitten der kritischsten Momente: Tee und Brot, Tee
und Kekse, Tee und Bonbons, Tee und Suppe. Übernachtung. Hilfe. Immer und
immer wieder. Die Gespräche drehten sich dabei um Zukunft, Versöhnung, Politik,
eben um Krieg und der Sehnsucht nach einer guten Zukunft.
Würden wir noch einmal fahren: Ja. Für die Sonnenuntergänge und die
Vögel am Morgen, die Menschen auf dem Weg und das Radfahren in jeder
Situation. Jetzt sehen wir unseren Ort aber hier, in der Gestaltung und in der
Öffentlichkeitsarbeit für die Rechte und Zukunft der Menschen, die wir kennen
lernen durften und wo wir immer wieder einen kleinen Teil des Lebens erleben und
teilen konnten. Unsere Homepage ist nicht nur eine Plattform der Informationen für
andere Radler und einer Relecture für uns in der Verknüpfung mit dem, was heute
geschieht. Sie ist vor allem eine politische Plattform für Nachrichten aus aller Welt
zu den Ländern, durch die wir gefahren sind. Im Kopf fahren wir weiter.
Gunda und Wolfgang Burggraf

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